07 November, 2016

Doin' Our Thing: Audiolith wird 250



8. Klasse, Spanisch Unterricht. Nicht unbedingt der Ort oder der Zeitpunkt, an dem man neue Bands kennenlernt.

Beim Durchblättern meines Spanischbuches fanden sich aber immer wieder Nachrichten: Mal mehr, mal weniger ordentlich und leserlich geschrieben. Mal klar verständlich, mal kryptisch und für mich nicht greifbar.Wirres Zeug?
Heute weiß ich, dass ein Mädchen – ein paar Jahre älter als ich – das Buch vor mir genutzt und ihre Spuren hinterlassen hatte.

Die Zeilen, die für mich zuerst wenig Sinn ergaben, erschlossen sich mir dann nach – von Neugierde angetriebenen – Google
Suchen immer weiter. In meinem Spanischbuch waren Texte von Frittenbude zu lesen. Frittenbude: Eine Band, die ich damals noch nicht kannte, die aber zu einer meiner absoluten Lieblingsacts aufsteigen würde.

8. Klasse, Spanischstunde. Mein erster Kontakt mit Audiolith, der bei weitem nicht mein letzter bleiben sollte.





Einige wenige Jahre später hatte ich die tolle Möglichkeit über den Atlantik zu segeln. Der Soundtrack der endlosen Weiten des Ozeans wurde musikalisch von Bands wie Neonschwarz, Feine Sahne Fischfilet und Egotronic geprägt – erstmals beschäftigte ich mich intensiver mit Audiolith und den Werten, die hinter der Musik standen.

Es war zu dieser Zeit, als ich mich politisierte. Audiolith und die Musik ihrer Künstler waren dabei wegbegleitend und stellten die Hymnen, für die Werte, für die ich ab diesem Zeitpunkt stand.

Audiolith stand fortan für mich für Unangepasstheit, (politische) Haltung und eine Alternative im größtenteils monotonen Musik-Geschäft. Ein Label das laut war, provozierte.
Wenn ich die gelbe Hand des Hamburger Labels auf einem T-Shirt oder Beutel sehe, weiß ich, dass mein Gegenüber – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – eine korrekte und lässige Person sein wird.

Heute spielen meine ersten Audiolith-Lieben wie Frittenbude, FSF und Neonschwarz immer noch eine große Rolle in meinem musikalischen Leben – zusätzlich sind Bands wie die fantastischen Fuck Art, Let's Dance, Ira Atari und Waving The Guns dazugekommen.

Der Anlass für diesen kitschigen Text ist die 250. Veröffentlichung Audioliths – ein Labelsampler mit teils unveröffentlichten Tracks verschiedenster Künstler, die bei den Hamburgern unter Vertrag stehen. Auch wenn ich Audiolith noch nicht allzu lange auf meinem Radar habe, bin ich dankbar für das, was mir das Label bisher gegeben hat.

It's All Indie sagt Glückwunsch zum 250. Release!

Und ich sage: Danke, Audiolith! Auf die nächsten 250!

Doin' Our Thing #4 gibt es hier zu kaufen: AUDIOLITH SHOP

Benjamin Brown